Türkische Republik Nordzypern
Geschichte — By admin on April 26, 2009 at 02:13Türkische Republik Nordzypern von 1974 bis heute
Nachdem die green linie die Insel trennte, begann in den beiden Teilen eine unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung. Der griechische Süden erlebte einen Wirtschaftsaufschwung durch großzügige internationale Kredite. Da der Norden auf heftiges Drängen der griechischen Seite international boykottiert wurde und nur einen winzigen Bruchteil der Hilfsgelder erhielt, war kein Kapital für den Neuanfang vorhanden. Ganz anders im griechischen Süden, durch den Ausbruch des Bürgerkrieges im Libanon 1975 verlegten die dort ansässigen Banken und Offshore-Unternehmen ihren Sitz in das nahegelegene, sichere Südzypern und lockte somit auch neue Investoren an. Der Norden wurde nur von der Türkei anerkannt und die muss immer noch über 50% des nordzypriotischen Staatshaushaltes tragen. Durch die außenpolitische Isolation blieb dem Norden auch der internationale Absatzmarkt verschlossen, was sich 1994 noch verstärkte.
Am 30. Juli 1974 unterzeichneten die Außenminister des Vereinigten Königreiches, der Türkei und Griechenlands in Genf ein Abkommen, in dem die Anwesenden die Existenz zweier autonomer Staaten auf Zypern anerkennt. Am 1. November 1974 wird in der UN Resolution 3212 beiden Volksgruppen das Recht zugesprochen, über die jeweilige künftige Verfassung selber zu entscheiden. Am 13. Februar 1975 proklamierte Rauf Denktas, der Führer der türkisch-zypriotischen Volksgruppe, den “Türkischen Bundesstaat von Zypern”, dessen Verfassung am 8. Juni 1975 mit Berufung auf die UN Resolution 3212 verabschiedet wurde. Um friedlich mit den Inselgriechen leben zu können, befürworteten die Zyperntürken eine bizonale und bikommunale Föderation, die auf politischer Gleichberechtigung basieren sollte. Das starrsinnige Bestreben der griechischen Zyprioten, die Überlegenheit auf der Insel zu erhalten, führte zum Scheitern vieler Verhandlungen. Am 20. Juni 1975 wurde Denktas mit 76% der Stimmen zum Präsidenten des Bundesstaates gewählt, seine Partei UBP erhielt 30 von 40 Sitzen im Parlament. Am 3. August 1977 stirbt Makários, Spíros Kyprianoú wurde neuer Staatspräsident von Südzypern und Bischof Chrisóstomos Erzbischof der Inselgriechen.
Als sich die griechischen Zyprioten 1983 an die UN wandten, wo sich die türkischen Zyprioten nicht gerecht verteidigen konnten, wurden die Verhandlungen abgebrochen und die Inseltürken machten von ihrem Recht auf Selbstbestimmung Gebrauch und proklamierten am 15. November 1983 die Türkische Republik Nordzypern, die international nicht anerkannt wird. Nur die Türkei tritt dem neuen Staat mit Anerkennung gegenüber. In der Unabhängigkeitserklärung verdeutlichten die türkischen Zyprioten nochmals ihren guten Willen und schlossen darin wieder die bizonale und bikommunale Föderation nicht aus. Die neue Verfassung wurde im Mai 1985 per Volksabstimmung angenommen. Dadurch dass die Verfassung den anatolischen Neusiedlern sofortiges Wahlrecht zusprach, konnte sich der inzwischen parteilose Denktas mit ihrer Hilfe die Wiederwahl sichern. Das Bemühen eine Lösung der Zypernfrage zu finden blieb erfolglos; es wurde sogar durch das Verhalten des Südens erschwert. Als am 4. Juli 1990 die griechischen Zyprioten sich um Aufnahme in der EU bewarben, kündigte die Türkei an, den Norden im Falle der Aufnahme von Verhandlungen zwischen EU und dem Süden, den Norden de jure zu annektieren und zur türkischen Provinz zu machen. 1997 riskierte der Süden mit der geplanten Stationierung von russischen Raketen auf der Insel wieder einmal die Verhandlungen mit der Türkei, denn die Reichweite dieser Raketen erstreckte sich bis in festlandtürkisches Gebiet. Nur durch massiven internationalen Druck konnte die Stationierung verhindert werden.
Heute ist der griechische Teil der Insel Mitglied der EU und die Türkische Republik Nordzypern leidet immer noch an den Embargos des Westens! Sie wird nur von der Türkei als Staat anerkannt.
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2 Kommentare
Leider ist Ihre Darstellung in diesem Artikel nicht nur sehr einseitig geprägt, sondern in großen Teilen (offenbar gezielt) fehlerhaft. Zunächst fehlt die klare Darstellung, daß es sich bei der “militärischen Operation” der Türkei im Juli und August 1974 um eine gewaltsame Invasion handelte, bei denen zehntausende griechische Zyprioten ermordet, verschleppt, gefangengenommen, enteignet und/oder vertrieben wurden. Das Ausmaß der Grausamkeiten und die bis heute andauernde Verletzung der Menschenrechte durch die Türkei im offenen Bruch mit internationalen völkerrechtlichen Abkommen sowie mehreren UN-Resolutionen übersteigt um ein Vielfaches die gewaltsamen Aktionen einzelner extremistischer griechisch-zyprischer Gruppen im Vorfeld der Ereignisse von 1974.
Weiterhin vollkommen falsch sind in Ihrem Artikel die genannten Zitate, die sie Makarios zuschreiben. Seit der Wahl Makarios’ als Präsident versuchte er stets gute Beziehungen sowohl zu Griechenland als auch zur Türkei aufrechtzuerhalten und er glaubte gerade nicht – wie in Ihrem Artikel dargestellt – an die Möglichkeit einer militärischen Lösung der Zypernfrage (Rede nach seiner Wiederwahl im Januar 1968). Aufgrund seiner friedlichen Haltung kam es im Übrigen auch zum Bruch mit seinem früheren Verbündeten Grivas.
Auch die Angabe, daß nach dem Einmarsch der Türkei in Zypern “türkisch-zyprische Enklaven” durch “griechisch-zyprische Truppen” besetzt wurden, ist vollkommen fehlerhaft. Die Wahrheit ist, daß griechische Zyprer vor der türkischen Armee flohen, ihr Hab und Gut und viele tausende auch ihr Leben verloren. Im Gegensatz zu Ihrer Darstellung gab es nach der Ost-West-Ausbreitung der türkischen Armee ausgehend vom Gebiet Kyrenia-Nikosia mehrere Enklaven (v.a. Karpasia-Halbinsel), aus denen griechische Zyprer nicht mehr in den sicheren Süden fliehen konnten ohne in die Frontlinie der türkischen Armee zu geraten. “Griechisch-zyprische Truppen” gab es zum Zeitpunkt der Invasion gar nicht, da die einzige bewaffnete Organisation nach dem Tod Grivas’ gar nicht mehr existierte.
Gezielte Falschinformation stellt auch das Zitat der UN Resolution 3212 dar. Es spricht den beiden Volksgruppen nicht das Recht einer eigenen (getrennten) Verfassung zu, sondern betont die Unabhängikeit und Integrität der (einen) Republik Zyperns, an deren Verfassung beide Volksgruppen beteiligt sind und fordert im übrigen sämtliche ausländische Truppen zum sofortigen Abzug auf.
Wie Sie wissen, ist die Türkei dieser Forderung bis heute nicht nachgekommen. Die Intervention mit einer angeblichen “Sicherung” der türkischen Zyprer zu rechtfertigen ist haarsträubend. Jeder türkische Zyprer hat die Freiheit, sich im Gebiet niederzulassen, welches unter der Kontrolle der Republik Zyperns steht und genießt alle Rechte als zyprischer Staatsbürger (leider nutzen viel zu wenige diese Möglichkeit, offensichtlich auf Druck der Türkei oder durch gezielte Falschinformation wie in Ihrem Artikel). Heutzutage eine ernsthafte Gefährdung eines türkischen Zyprers im freien Teil Zyperns heraufzubeschwören, in einem vollwertigen Mitgliedsland der EU, und damit eine illegale Besatzung und dichte Militärpräsenz ausländischer Truppen zu rechtfertigen, ist Propaganda und darf gerade im internationalen Sprachraum keine Verbreitung finden.
Gerade als Deutsche haben wir die Pflicht, die historischen Ereignisse korrekt und unabhängig darzustellen und damit zu einer friedlichen und fairen Lösung beizutragen.
Ich hoffe auf eine umgehende Klarstellung.
Andreas Müller
@Andreas Müller
SIE SIND DEUTSCHER!
Die Meinung der Deutschen zur Türkei ist völlig irrelevant, da sie ausschliesslich aus deutscher Faschistenpropaganda besteht!
NIEMANDEN in der Türkei interessiert die Meinung Deutschlands. Wenn wir die Meinung der Deutschen hören wollen, lesen wir die Bild Zeitung und wenn wir die Meinung der BRD hören wolle, fragen wir die Amerikaner… so einfach ist das.
Die Türkische Republik Nordzypern wird früher oder später zu einem weltweit anerkannten souveränen Staat. Niemand kann das verhindern, erst Recht nicht die Deutschen mit ihrer unfähigen Gurkentruppe von Bundeswehr.